Experten geben Tipps für die Entwicklung mit Drupal 8

Acquia-Experten geben Tipps für die Entwicklung mit Drupal 8

3 Expertentipps für die Entwicklung mit Drupal 8

Viele Wege führen nach Rom - aber manch einer ist sicher kürzer und günstiger als der andere. So ist es auch beim Entwickeln mit CMS-Lösungen. Wir von Acquia nutzen Drupal 8, um Ihnen und Ihren Kunden das bestmögliche Nutzererlebnis zu verschaffen und Entwicklern die Arbeit zu erleichtern.

Drupal 8 ist eines der flexibelsten Open-Source-CMS-Frameworks, mit denen Sie arbeiten können. Aber durch Flexibilität entsteht Komplexität. Wie können Entwickler also in kürzester Zeit auf Drupal 8 umsteigen und loslegen?

Unsere Experten haben einige hilfreiche Abkürzungen auf Lager: 

Expertentipp 1: Automatische Migration in Drupal 8 gut planen

Drupal 8 bietet ein Migration Tool, mit dem sich der Umzug von Webseiten im Gegensatz zu früheren Versionen sehr gut organisieren lässt. Trotzdem ist es noch immer ein erheblicher Aufwand, Inhalte möglichst ohne Zwischenfälle auf eine neue Webseite zu bringen. Hier zählt: Eine gute Vorbereitung ist alles. Bevor Sie mit der eigentlichen Migration beginnen, warten die folgenden Aufgaben auf Sie:

  • Schritt 1 - Analyse der Quelltypen: Zunächst müssen Sie schauen, ob und wie Sie auf die Quelldateien zugreifen können. Ist es nämlich nicht möglich, direkt auf die Quelldateien zuzugreifen, müssen Sie einen Weg finden, zum Beispiel über das Migrieren mit CSV oder XML.
  • Schritt 2 - Analyse der Struktur: Überlegen Sie in einem weiteren Schritt, wie sich die Struktur Ihrer Daten gestaltet. Entscheiden Sie in dieser Phase, ob Sie bei der Migration alle Daten, Bilder und Dokumente mitnehmen möchten, oder ob Sie eine Datenbereinigung durchführen möchten - schließlich lohnt es sich fast immer, beim Umzug auch einmal kräftig zu entrümpeln. Ziel der Analyse sollte es letztendlich sein, dass Sie genau wissen, wie die Datenquellen in dem neuen Content Modell abgebildet werden sollen.
    Gut zu wissen: Erstellen Sie eine Tabelle mit zwei Spalten. In der ersten Spalte halten Sie die Felder Ihres zukünftigen Content-Modells in Drupal 8 fest, in der zweiten Spalte die Datenquelle. Das sorgt für eine gute Übersicht und macht einzelne Schritte nachvollziehbar.
  • Schritt 3 - Tests und Migration: Ist das neue Content-Modell festgelegt, sollten Sie schnellstmöglich mit Testmigrationen starten. So können Sie sehr schnell herausfinden, ob alle Inhalte korrekt importiert werden und Fehlerquellen ausfindig machen. Verlaufen alle Tests positiv, deaktivieren Sie zum Start der Migration die Bearbeitung. Führen Sie ggfs. einen finalen Export der Quelldateien durch und leiten Sie den schrittweisen Import der Inhalte ein.

Expertentipp 2: Mit Twig müssen Sie selten neue Vorlagen erstellen

Auf Drupal 8 haben Sie die Möglichkeit, eigene Twig-Vorlagen zu entwickeln. Das ist aber fast nie notwendig. Drupal ist ein System, das sehr flexibel und konfigurierbar ist. Bevor Sie also viel Zeit investieren, sich mit dem Code zu beschäftigen, schauen Sie sich besser erst die Einstellungen der Einheiten ein, mit denen Sie arbeiten möchten. Es lässt sich bereits sehr viel mit dem Layout-Builder, den Display-Modes und der Feldformatierung regeln. 

Zusätzlich können Sie diese Funktionen mit Contrib-Modulen und wenigen benutzerdefinierten Codes erweitern. Es ist sicher eine der Errungenschaften von Drupal 8, dass sich durch das Nutzen dieser Optionen schon sehr viel bewegen lässt.

Erfahren Sie im eBook „8 Best Practices For Drupal Development“, wie Sie mit Twig in Drupal 8 eine neue Vorlage erstellen und die Funktion der Vorlagenvererbung nutzen. 

Expertentipp 3: „Config Ignore“ für präzises Configuration Management nutzen

Internationale Organisationen und andere große Unternehmen setzen auf den Drupal Codebase, um sie wie eine Plattform zu nutzen. Darauf werden dann zumeist mehrere Webseiten gehostet, die ähnlich aufgebaut sind. Solche Typen werden zum Beispiel von größeren Institutionen mit mehreren Abteilungen oder in Unternehmen mit Filialsystem genutzt. 

Der Code solcher Webseiten besteht oft aus einem Mix aus dem Drupal Core, Modulen und Themes, die diesen speziellen Multisite-Typ unterstützen. Nun ist die Konfiguration neben diesem benutzerdefinierten Code eine der wichtigsten Komponenten einer jeden Plattform. Die Konfiguration bestimmt nämlich, wie die Seite sich unter vorab definierten Bedingungen zu verhalten hat.

Hier empfiehlt es sich, das Configuration-Management von Drupal Core in Kombination mit dem Tool Config Ignore zu benutzen. Dieses Tool erlaubt ihnen maximale Flexibilität bei ungebrochener Governance. Das Config Ignore ist ein Modul, mit dem Sie ganz genau definieren können, welche Teile einer Konfiguration variieren. Während beispielsweise die Content-Type-Konfigurationen auf allen Websites einer Plattform gleich sind, unterscheiden sich der Name der Webseite und die e-Mail Adresse von Standort zu Standort. 

Mit dem Config Ignore können Sie sehr präzise arbeiten. Möchten Sie beispielsweise den Seitennamen ausschließen, aber nicht die E-Mail-Adresse, wählen Sie in der Datei „system.site“ den Schlüssel „system.site:name“ aus und setzen ihn auf „ignore“. Andererseits haben Sie auch die Möglichkeit, ganze Konfigurationssätze auszuschließen.

Fünf weitere Expertentipps zum Entwickeln mit Drupal 8 haben wir in unserem kostenlosen E-Book für Sie zusammengestellt:
8 Best Practices For Drupal Development 

Sylvia Jensen, VP Marketing, EMEA
Sylvia Jensen, vice president of EMEA marketing, Acquia

Sylvia Jensen

VP, EMEA-Marketing Acquia

Sylvia Jensen ist Vice President EMEA-Marketing für Acquia. In dieser Position ist sie verantwortlich für die Erstellung einer Marketingstrategie und eines Ausführungsplans, um das Wachstum von Acquia in wichtigen Märkten mithilfe von datengetriebenen Erkenntnissen zu beschleunigen.

In den letzten 20 Jahren war Sylvie in verschiedenen Marketingrollen für Technologieunternehmen tätig, z. B. für Marketing Cloud, Eloqua, Coremetrics, WebEx und Palm. Sie genießt die Kunst und Wissenschaft, die die Marketreibenden bei der Entwicklung, Bereitstellung und Verwaltung erstaunlicher digitaler Kundenerlebnisse täglich nutzen.

Sylvia hat einen Bachelor-Abschluss in politischer Ökonomie von der University of California in Berkeley und einen Master-Abschluss in International Business von der University of California in San Diego. Folge Sylvia auf Twitter @smajensen .