Acquia vs. Adobe Experience Manager

Warum ziehen Unternehmen immer noch Adobe Experience Manager in Erwägung?

Oft werden wir von Unternehmen darum gebeten, einen Vergleich zu anderen proprietären Systemen zu ziehen, die als ähnlich gesehen werden. Dazu gehört auch Adobe Experience Manager (AEM).

Auch wenn Acquia von Unternehmen oftmals mit Adobe verglichen wird, Tatsache ist: Die Lösungen von Adobe sind im Vergleich zur flexiblen, offenen, API-first-Architektur von Acquia teuer, komplex und überladen – für Unternehmen jeder Größe.

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Selbst größeren Unternehmen fällt es schwer, die Plattformen von Adobe effektiv zu nutzen. Selbst mit großen Budgets und engagierten Teams haben Unternehmen oft Schwierigkeiten, aus diesen Lösungen den gewünschten Nutzen zu ziehen.

Jeder CMO bzw. seine Procurement-Abteilung wird Ihnen sagen können, dass Adobe das teuerste Web-Content-Management-System auf dem Markt ist – von 250.000 US-Dollar bis zu mehr als eine eine Million US-Dollar muss man investieren. Gartner verwies schon im Jahr 2015 auf die Tatsache, dass das Angebot von Adobe im WCM-Bereich eher im oberen Preisbereich auf dem Markt anzusiedeln ist und manchmal sogar doppelt so viel kostet wie das Produkt der Konkurrenz.

Forrester gibt in seinem Vendor Landscape-Bericht 2016 an, dass die durchschnittlichen Kosten 360.000 US-Dollar betragen. Abgesehen davon unterschätzen Adobe-Kunden häufig den Aufwand und die Komplexität einer Implementierung von Adobe Experience Manager, insbesondere während der Anfangsphase. Adobe richtet sich an Unternehmen, die über ein großes Budget verfügen und die Ihre gesamte Experience Cloud mit Tools wie Advertising Cloud, Audience Manager, Analytics, Campaign, Experience Manager usw. nutzen möchten. Tatsache ist, dass Adobe eine professionelle Implementierung voraussetzt, damit Kunden loslegen können.

Es ist nicht nur das Preis-Leistungs-Verhältnis der Produkte oder des Serviceangebots von Adobe, das bei kostenbewussten Unternehmen für Stirnrunzeln sorgen sollte. Man sollte auch berücksichtigen, dass Adobe erst dann einen wirklichen Nutzen für den Kunden verspricht, wenn man mehrere seiner Produkte zusammen erwirbt. Ein gutes Beispiel dafür ist die Ankündigung von Adobe eines brandneuen KI-Features namens Smart Layout auf dem „Adobe Summit 2018“. Um dieses neue Feature nutzen zu können, müssen Sie jedoch im Besitz der neuesten Versionen von AEM Sites, AEM Assets, Target, Analytics und Audience Manager sein. Das ist selbst für Unternehmen, die bereit sind, viel Geld in ihre digitalen Plattformen zu stecken, eine kostspielige Angelegenheit.

Die Frage, ob Adobe gute Produkte hat, lasse ich an dieser Stelle bewusst außen vor. Unternehmen, die sich sowohl die hohen Kosten als auch die erheblichen Investitionen für den Kauf aller weiteren Produkte leisten können, scheinen zufrieden zu sein.

Trotzdem stellt sich die Frage, warum die Produkte von Adobe für viele Unternehmen attraktiv sind. Ich vermute, der Grund liegt darin, dass die Adobe als Marke bei vielen Marketern und Designer für Qualität steht und von Branchenanalysten wie Gartner und Forrester positiv bewertet wird. Adobe verdient aus meiner Sicht Anerkennung dafür, durch seine führende Stellung im Softwarebereich den Wert seine Marke so gesteigert zu haben, dass Kunden auch bereit sind, für ihre Produkte mehr zu bezahlen. Aber mal ehrlich: Wie lange soll ein Unternehmen warten, bis es die entstandenden Kosten für AEM wieder hereingeholt hat?

Es wurde noch kein CMO dafür entlassen, auf Adobe gesetzt zu haben

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In den 80er und 90er Jahren konnte IBM viele CIOs überzeugen und eine derart führende Marktstellung erlangen, dass man sich damals sagte: „Es wurde noch keiner dafür entlassen, auf IBM zu setzen.“ Diese Mentalität führte dazu, dass zahlreiche IT-Projekte aufgrund explodierender Kosten und einer hohen Komplexität scheiterten und andere, geeignetere Lösungen gar nicht erst in Betracht gezogen wurden. Ich denke, dass diese CIOs damals tatsächlich nicht entlassen wurden. Warum also ein Risiko eingehen? Wenn wir davon ausgehen, dass bei Adobe die gleiche Tendenz zu beobachten ist.

Meine Einschätzung dazu ist folgende:

Adobe Experience Manager ist nur für größere Unternehmen erschwinglich, die auf einen einzigen Anbieter setzen möchten – und das ist oftmals derjenige, der die größte Vermarktungsmaschine hat.

Das bedeutet natürlich keinesfalls, dass AEM eine schlechte Lösung ist. Aber für viele Unternehmen, die nicht in mehrere Produkte im Sinne eines „Rip & Replace“-Ansatzes investieren können, stellt Adobe nicht die passende Lösung dar. Sie sollten Adobe nicht aufgrund eines Analystenberichts, einer beeindruckenden Verkaufsdemo oder bloß deshalb erwerben, weil ein Unternehmen, das um ein Vielfaches größer als Ihr Unternehmen ist, auf Adobe setzt. Sie sollten stattdessen genau analysieren, welche Bedürfnisse Ihr Unternehmen hat und dann Produkte genauer prüfen, die am besten diese Bedürfnisse abdeckt. Hier sind die wichtigsten Fragen, die sich Unternehmen stellen sollten:

  • Ist es wirklich eine weise Entscheidung, sich langfristig an nur einen Anbieter zu binden, bei dem viele anerkannte Analyseunternehmen und Implementierungspartner zudem darüber berichten, dass Kunden Probleme haben, die Produkte von Adobe gewinnbringend miteinander zu kombinieren? Oder sollten Sie nicht besser darauf setzen, die Flexibilität zu haben, die für Ihr Unternehmen verfügbaren besten Anbieter und Tools auszuwählen?
  • Schließen Sie sich der neuen Prämisse im Digitalbereich an, auf „Best of Breed“- und „Best of Need“-Lösungen zu setzen, oder setzen Sie auf die Lösungen eines einzigen Anbieters, bei dem es schwer sein wird, Lösungen auszutauschen und eine agileren Ansatz zu wählen?
  • Wie schwer ist es, die richtigen Leute mit den entsprechenden Kompetenzen und der entsprechenden Erfahrung für die Wartung Ihrer Systeme zu finden und wie hoch sollen die Kosten dafür sein?
  • Wie hoch ist Ihr Budget für Software- und Implementierungskosten, sowohl zu Beginn Ihres Projekts als auch für die nächsten drei bis fünf Jahre bei wachsender Nutzung?
  • Wie hoch ist Ihre Bereitschaft, auf Consultants angewiesen zu sein, die Ihre Plattform kontinuierlich pflegen, anstatt über Inhouse-Kapazitäten zu verfügen?

Mein Ratschlag an Sie ist, eine offene Denkweise zu haben. Stellen Sie sich die entscheidenden Fragen zu den Gesamtkosten, die bei einer Lösung auch über einen längeren Zeitraum entstehen können. Informieren Sie sich vor dem Erwerb einer Lösung gründlich zu allen Aspekten und klären Sie wichtige Fragen, wie genau es nach dem Erwerb weitergeht. Schauen Sie sich die anderen Systeme genau an, mit denen Sie arbeiten und die Sie auch behalten möchten – ist eine Integration mit diesen möglich? Tauschen Sie sich mit anderen Unternehmen aus, die eine ähnliche Größe aufweisen und ein ähnliches Budget wie Sie zur Verfügung haben.

Ich kann für Sie gerne den Kontakt zu anderen Unternehmen herstellen, die mit Ihrem Unternehmen vergleichbar sind. Nehmen Sie dafür einfach Kontakt zu mir auf. Wahrscheinlich müssen Sie sich keine Sorgen machen, entlassen zu werden, nur weil Sie auf Adobe gesetzt haben – aber Sie sollten sich unbedingt Gedanken darüber machen, wie sich diese Entscheidung auf den ROI und das Ergebnis Ihres Unternehmens auswirkt.

Stephen Skidmore

Director of Product Marketing Acquia

Stephen Skidmore ist Director of Product Marketing für Acquia DAM. Er arbeitet seit über 20 Jahren im Bereich Softwaretechnologie und treibt die Produktinnovation und die Markteinführung für Unternehmen wie Lotus, IBM und EMC voran. Skidmore leitete zudem sein eigenes Beratungsunternehmen, das Technologieunternehmen dabei half, ihre Produktstrategien zu entwickeln.