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Drupal-Einführung: Die fünf größten Drupal-Mythen

Ohne Content Management System (CMS) kommt kein Unternehmen mehr aus. Doch jedes CMS hat seine Anhänger und seine Gegner, auch Drupal. Am 3. Juni 2020 wurde die neue Version Drupal 9 auf den Markt gebracht. Da sie auf Drupal 8 basiert, bietet sie alle bisherigen leistungsfähigen Funktionen und eine nahezu identische Benutzererfahrung. Die Entwickler haben zudem unter der Haube optimiert, den Code aufgeräumt, veraltete Lösungen aus dem Drupal-Kern entfernt und die Leistung des CMS verbessert. (Weitere Informationen finden Sie in unserem Drupal 9 E-Book.)

Doch obwohl Drupal mittlerweile etabliert ist und auf eine beeindruckende Erfolgsgeschichte zurückblicken kann, werden Drupal-Nutzer oder Drupal-Interessenten hin und wieder mit Vorurteilen zu der Open Source Software konfrontiert. Darunter sind Klassiker wie die Frage nach der Sicherheit oder Komplexität der Software – oftmals gepaart mit Unwissen oder gar Falschaussagen.

Hier stellen wir Ihnen die fünf häufigsten Drupal-Mythen vor und lösen sie auf.

1) Drupal bietet kein intuitives redaktionelles Arbeiten

Dieser Kritikpunkt war tatsächlich bis einschließlich Drupal 7 gerechtfertigt, da Inline Editing erst in Drupal 8 integriert wurde. Seitdem können Content Manager den Inhalt einer Seite allerdings direkt im Frontend bearbeiten, ändern oder neue Inhalte einpflegen. Das ist benutzerfreundlich und macht redaktionelles Arbeiten angenehmer und flexibler. 

Dafür sorgt auch der Layout Builder als einheitliches, leistungsstarkes visuelles Designwerkzeug für die Erstellung und Verwaltung von Webseiten mit benutzerdefinierten Seiten, Layouts für vordefinierte Inhalte oder Anpassungen für vordefinierte Layouts. 

Das Settings-Tray-Modul ermöglicht die einfache Änderung der häufigsten Konfigurationen direkt im Frontend. Dadurch ist es nicht mehr notwendig, zum Backend zurückzuspringen, um visuelle Änderungen vorzunehmen. Blöcke und Komponenten der Seiten lassen sich auch wiederverwenden, sowohl über das Settings-Tray-Modul als auch über den Layout-Builder. 

Drupal 9 bietet zudem ein generisches Medienfeld, das lokale Audio-, Video- und Bilddateien sowie zusätzliche Dateien unterstützt. Damit können Benutzer zum Beispiel vorhandene Medieninhalte zu einer Website hinzufügen und neue Objekte direkt in die Bibliothek hochladen. In Drupal 9 ist es auch möglich, Remote-Inhalte wie YouTube und Vimeo-Videos einzubetten.

2) Assets können nicht revisioniert werden

Ein hartnäckiger Drupal-Mythos ist die Idee, dass sich überarbeitete Assets in Drupal nicht für einen späteren Gebrauch abspeichern lassen. In anderen CMS ist der Zugriff auf vorherige Versionen von Inhalten wohl intuitiver gestaltet, Drupal hat aber mittlerweile nachgelegt. Das CMS speichert Inhalte nach ihrer Änderung in einer neuen Version, die alle Aktualisierungen enthält, und macht diese neue Revision dann zur Standard-Revision. Sobald eine neue Standardrevision erstellt wird, wird die alte Revision zu einer vergangenen Revision. 

Sehr einfach geht das Revisionieren mit dem Diff-Modul: Nutzer können über das Modul alle Versionen von Inhalten wie etwa Blog-Posts oder Webseiten einsehen und auf Knopfdruck die verschiedenen Versionen paarweise miteinander vergleichen.

 

3) Mit Drupal lassen sich mehrsprachige Websites nur sehr umständlich realisieren

Auch hier gab es von Drupal 7 zu Drupal 8 entscheidende Veränderungen, die den Anforderungen der zunehmenden Internationalisierung Rechnung tragen. Drupal 9 ist jetzt multilingual ausgelegt und bietet gleich vier Module für die Sprachunterstützung, von denen jedes eine andere Aufgabe hat. Diese Module ermöglichen, Drupal von Anfang an in 100 Fremdsprachen zu installieren sowie die Übersetzung für Inhaltselemente wie Nodes, Taxonomie, Menüpunkte und Benutzerprofile. Hinzu kommt die Übersetzung der Konfiguration, indem eine Schnittstelle zur Übersetzung der Website-Konfiguration in mehrere Sprachen bereitgestellt wird.

 

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4) Bei Drupal Versions-Upgrades geht alles verloren

Auch dieses Vorurteil ist inzwischen für viele bereits hinfällig. Es gilt noch bis zum Übergang von Drupal 7 auf Drupal 8. Drupal 8 war wie auch alle vorherigen Hauptversionen nicht mit älteren Versionen kompatibel. Ein Upgrade bedeutete für Unternehmen deshalb immer einen enormen zeitlichen und finanziellen Aufwand. Das Upgrade von Drupal 8 auf Drupal 9 hingegen ist viel einfacher und wird viel weniger Zeit in Anspruch nehmen als jedes andere größere Drupal-Upgrade der letzten zehn Jahre. 

Drupal 9 ist mit allen Features und Funktionalitäten von Drupal 8 ausgestattet, die in den letzten fünf Jahren aktualisiert und ergänzt wurden. Dazu gehören auch folgende beliebte Verbesserungen:

  • Layout Builder: Bietet Funktionen für das Layout von Inhalten
  • Media: Funktionen für das Hochladen und das Wiederverwenden von Bildern, Videos und anderen Assets 
  • BigPipe: Dank dieser Leistungsverbesserung lässt sich der Hauptinhalt einer Seite schnell anzeigen, während die Seitenleiste und Hilfsinhalte noch generiert werden
  • Mobile Experience: Responsive Design für alle Funktionen, einschließlich einer Admin-Toolbar, die sich je nach Bildschirmgröße automatisch neu ausrichtet
  • API-First Support: Damit lässt sich Drupal als Content-Backend für JavaScript-Frontends, mobile Anwendungen und mehr verwenden

Drupal 9 bietet im ersten Release keine neuen Funktionen, aber ein schlankeres, sichereres System mit APIs, die einfacher zu bedienen sind. Bisher waren die Modul-Schnittstellen zu Drittanbietern die größte Hürde beim Versionswechsel. Beim Upgrade von Drupal 8 auf Drupal 9 wird diese Schwierigkeit nicht auftreten, wenn diese Module keine veralteten APIs verwenden. Die Entwickler bereinigen dafür den Code, um sicherzustellen, dass Drupal auf unterstützten Anwendungen von Drittanbietern lauffähig bleibt.

Der Umstieg von Drupal 7 auf Drupal 9 hingegen erfordert einen Rebuild. Um die Migration zu vereinfachen, stehen zahlreiche Tools zur Verfügung, wie z.B. Upgrade Status (Drupal 7-Version), Drupal Module Upgrader und die Core Migrate Suite. Weitere Informationen zur Drupal-Migration finden Sie in diesem Webinar von Acquia. 

5) Drupal ist als Open Source Software nicht sicher

Ob Drupal oder andere Open Source Software: Es gehört zu den Binsenwahrheiten, dass sie nicht sicher seien. Schließlich kann jeder den Code einsehen und eigenständig verändern, das kann also gar nicht die notwendige Sicherheit bieten – so der übliche Gedankengang.

Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall: Treten Sicherheitslücken auf, kann jeder versierte Entwickler den Fehler im Code beheben. Der reparierte Code kann dann in den „offiziellen“ Code übernommen werden. Drupal erfreut sich als Open Source Software einer großen Anhängerschaft aus Nutzern und Entwicklern. Der lebendige Austausch von Weiterentwicklungen macht es nahezu unmöglich, dass Sicherheitslücken unentdeckt bleiben. Bei Closed Software (proprietäre Software) bleibt es für Nutzer wie Entwickler ein Geheimnis, was die Software-Anbieter im Hintergrund erarbeiten und ob es Probleme mit der Sicherheit gibt. Reagiert der Anbieter auf erkennbare Schwierigkeiten nicht, kann auch die Community nichts daran ändern.

Bei Drupal kümmert sich ein Sicherheitsteam um den aktuellen Core sowie die auf drupal.org veröffentlichten Contrib-Module. Werden Sicherheitslücken bekannt, schreibt das Security-Team die Verantwortlichen der betreffenden Module an und gibt ihnen eine bestimmte Zeit zum Bereitstellen eines Sicherheitsupdates. Reagieren die Entwickler nicht rechtzeitig, indem sie ein Update bereitstellen, das das Problem behebt, werden die Module bei Drupal.org von der Seite genommen. Auf der Update-Übersicht innerhalb der betroffenen Installationen erscheint dann eine entsprechende Warnung.

Deshalb kann auch dieser Drupal-Mythos entkräftet werden: Die Open Source Software Drupal verlässt sich auf eine starke Entwickler-Gemeinde und ist damit mindestens genauso sicher wie proprietäre Software

Nun kennen Sie die fünf hartnäckigsten Drupal-Mythen und die Wahrheit dahinter. Haben Sie zu einem der Punkte oder generell zum Einsatz von Drupal noch Fragen? 

Nehmen Sie jetzt unverbindlich Kontakt zu uns auf, wir unterstützen Sie gerne:

Andreas Frank

Andreas Frank

Area Vice President Sales Central Europe Acquia

With Acquia we empower the world’s most ambitious brands to embrace innovation and create customer moments that matter.

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Lead from the front, highly motivated, passionate and results-driven senior IT management professional with almost 20 years of experience. Unique mix of management, senior sales, business development and partner and alliances experience, with the ability to innovate, inspire and motivate people, customers & partners to drive better results. Entrepreneurial mindset, absolute focus on -customer, employee and -partner satisfaction. Established ServiceNow (NOW) in the DACH Region, helped to enlarge the ServiceCloud Department at Salesforce (CRM) and took care of the German Region at SAP (SAP) for all Fieldservice Management topics.