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Drupal Einführung: Die 5 größten Drupal-Mythen

Jedes CMS hat seine Anhänger und seine Feinde. Werden Sie als Drupal-Nutzer oder Drupal-Interessent auch hin und wieder mit Vorurteilen zu der Open Source Software konfrontiert? Darunter sind sicher auch Klassiker wie die Frage nach der Sicherheit oder Komplexität der Software – oftmals gepaart mit Unwissen oder gar Falschaussagen.

Und nicht zuletzt hat jede Medaille immer zwei Seiten und aus scheinbaren Nachteilen entwickeln sich bei genauem Hinschauen oftmals Vorteile.

Hier stellen wir Ihnen die fünf häufigsten Drupal-Mythen vor und lösen sie auf.

1) Drupal bietet kein intuitives Inline Editing-Erlebnis.

Es wurde sehr lange kritisiert, dass Drupal keine Möglichkeit zum Inline Editing bietet. Tatsächlich legten Entwickler den Fokus bisher auf andere Themen. Mit Drupal 8 wurde dieses Problem bereinigt. Content Manager haben mit der aktuellen Version sehr viel mehr Flexibilität und Gestaltungsfreiraum. Das Frontend-Editing erlaubt es, Änderungen und neue Inhalte direkt auf der Seite einzupflegen. Sobald größere Veränderungen anstehen, geschieht das jedoch zumeist weiterhin im Backend-Dashboard. Neu in Drupal 8 sind auch die Medienbibliothek im Core, eine Block-API, komplexe benutzerdefinierte Felder und Entitäten - alles zusammengenommen ermöglicht nun eine verbesserte User Experience, die das redaktionelle Arbeiten in Drupal angenehm macht.

2) Assets können nicht revisioniert werden.

Ein hartnäckiger Drupal-Mythos ist die Idee, dass sich überarbeitete Assets in Drupal nicht für einen späteren Gebrauch abspeichern lassen. In anderen CMS ist der Zugriff auf vorherige Versionen von Inhalten sicher intuitiver gestaltet, aber auch in Drupal ist das grundsätzlich möglich.

Der Nutzer kann beim Ändern von Assets selbst entscheiden, ob eine neue Revision erstellt werden soll. Möchte er später auf eine ältere Version zugreifen, kann er unter node/[nid]/revisions eine Liste mit allen Revisionen einsehen. Unter node/[nid]/revisions/[vid]/revert lassen sich Änderungen rückgängig machen, indem die Revision unter einer neuen Revisions-ID erstellt und als Revision markiert wird.

Viel einfacher geht das Revisionieren mit dem Diff-Modul. Nutzer können über das Modul alle Versionen von Inhalten wie etwa Blog-Posts oder Webseiten einsehen und auf Knopfdruck die verschiedenen Versionen paarweise miteinander vergleichen.

3) Mit Drupal lassen sich mehrsprachige Websites nur sehr umständlich realisieren.

Mittlerweile ist auch das schwierige Umsetzen von mehrsprachigen Websites ein Drupal-Mythos. Es gab von Drupal 7 zu Drupal 8 entscheidende Veränderungen, die den Anforderungen der zunehmenden Internationalisierung Rechnung tragen.

Vor Drupal 8 mussten mehrere Module wie beispielsweise das Internationalization-Modul und Add-ons installiert und konfiguriert werden, um eine mehrsprachige Webseite erstellen zu können.

Mit der zunehmenden Internationalisierung von Unternehmen wuchs das Bedürfnis, dass der Aufbau solcher Webseiten benutzerfreundlicher gestaltet wird. Das betrifft natürlich auch uns bei Acquia als auch unseren weltweiten Kundenstamm. Umso mehr freuen wir uns über die Entwicklungen mit Drupal 8: Jetzt ist das Aufsetzen von mehrsprachigen Webseiten nun einfacher, da nahezu alle dafür notwendigen Funktionen im Drupal Core integriert sind. Dort befinden sich unter anderem über 90 Sprachen, die Nutzer in Elementen wie Nodes, Benutzern, Ansichten, Blöcken und Menüs anwenden können. Außerdem können alle Benutzeroberflächen, Konfigurationsoptionen sowie ganze Module und Themes übersetzt werden.

4) Bei Drupal Versions-Upgrades geht alles verloren.

Wie sehr wurde doch die neue Drupal-Version gefeiert, als sie 2015 endlich gelauncht wurde. Viele neue Features und Verbesserung machen das Arbeiten mit Drupal 8 angenehm und trotzdem ging auch ein Seufzen durch die Büros. Denn: Jede neue Drupal-Version ist eine eigenständige Entwicklung. Deshalb ist Drupal 8 wie auch alle vorherigen Hauptversionen nicht mit älteren Versionen kompatibel. Ein Upgrade bedeutet für Unternehmen deshalb immer einen enormen zeitlichen und finanziellen Aufwand. Diese Eigenheit ist also kein Drupal-Mythos, sondern sie liegt in der Natur der Sache: Jede Version hat einen innovativen Charakter und mit jedem Drupal-Upgrade wird das Produkt besser und ausgereifter.

Trotzdem möchte Drupal das Upgraden in Zukunft erleichtern. Aktuell wird an Drupal 9 gearbeitet, der Launch ist für Ende 2020 geplant. Für diese neue Version soll lediglich der überholte Code entfernt und der Support für ältere Module eingestellt werden. Bisher waren die Modul-Schnittstellen zu Drittanbietern die größte Hürde beim Versionswechsel. Beim Upgrade von Drupal 8 auf Drupal 9 soll diese Schwierigkeit nicht auftreten, wenn diese Module keine veralteten APIs verwenden.

5) Drupal ist als Open Source Software nicht sicher.

Ob Drupal oder andere Entwickler von Open Source Software: Es gehört zu den Binsenwahrheiten, dass sie nicht sicher seien. Schließlich kann jeder den Code einsehen und eigenständig verändern, das kann also gar nicht die notwendige Sicherheit bieten - so der übliche Gedankengang.

Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall. Treten Sicherheitslücken auf, kann jeder versierte Entwickler den Fehler im Code beheben. Der reparierte Code kann dann in den „offiziellen“ Code übernommen werden. Drupal erfreut sich als Open Source Software einer großen Anhängerschaft aus Nutzern und Entwicklern. Der lebendige Austausch von Weiterentwicklungen macht es nahezu unmöglich, dass Sicherheitslücken unentdeckt bleiben. Bei Closed Software (proprietäre Software) bleibt es für Nutzer wie Entwickler ein Geheimnis, was die Software-Anbieter im Hintergrund erarbeiten und ob es Probleme in der Sicherheit gibt. Reagiert der Anbieter auf erkennbare Schwierigkeiten nicht, kann auch die Community nichts daran ändern.

Deshalb kann auch dieser Drupal-Mythos entkräftet werden: Open Source Software verlässt sich auf eine starke Entwickler-Gemeinde und ist damit mindestens genauso sicher wie proprietäre Software.

Nun kennen Sie die fünf hartnäckigsten Drupal-Mythen und die Wahrheit. Schauen Sie sich gerne auch die Infografik an, in der wir Ihnen die größten Vorteile von Drupal anschaulich darstellen.

Sylvia Jensen, VP Marketing EMEA
Sylvia Jensen, vice president of EMEA marketing, Acquia

Sylvia Jensen

VP, EMEA-Marketing Acquia

Sylvia Jensen ist Vice President EMEA-Marketing für Acquia. In dieser Position ist sie verantwortlich für die Erstellung einer Marketingstrategie und eines Ausführungsplans, um das Wachstum von Acquia in wichtigen Märkten mithilfe von datengetriebenen Erkenntnissen zu beschleunigen.

In den letzten 20 Jahren war Sylvie in verschiedenen Marketingrollen für Technologieunternehmen tätig, z. B. für Marketing Cloud, Eloqua, Coremetrics, WebEx und Palm. Sie genießt die Kunst und Wissenschaft, die die Marketreibenden bei der Entwicklung, Bereitstellung und Verwaltung erstaunlicher digitaler Kundenerlebnisse täglich nutzen.

Sylvia hat einen Bachelor-Abschluss in politischer Ökonomie von der University of California in Berkeley und einen Master-Abschluss in International Business von der University of California in San Diego. Folge Sylvia auf Twitter @smajensen .