Acquia Flow

Ich habe mich für Acquia entschieden – und der Kreis schließt sich.

DrupalDrop

Diese Woche habe ich meinen neuen Job bei Acquia, dem Unternehmen für Open Source Digital Experience, angetreten. Ja genau: dem "Acquia".

2015 habe ich das Unternehmen verlassen. Die Umsätze von Acquia sind mittlerweile auf über 200 Millionen US-Dollar hochgeschossen. Das Führungsteam hat fantastische Arbeit geleistet und Acquia in ein richtiges "Powerhouse" für Digital Experiences verwandelt. Noch größer mit noch mehr Entschlossenheit – einfach besser! Durch die Rückkehr zu dem Unternehmen, für das ich damals sehr gerne gearbeitet habe, kann ich auch wieder meiner Leidenschaft für das World Wide Web nachgehen, das seit über zwei Jahrzehnten ständig weiterentwickelt wird.

Ich habe an der University of Illinois Informatik studiert. Ein Kommilitone von mir war Marc Andreessen, der zur damaligen Zeit Mosaic entwickelte, dem ersten flächendeckend genutzten Webbrowser.

Flash

Ein paar Jahre nach meinem Abschluss an der University of Illinois zog ich für meinen Traumjob als Sales Engineer bei Macromedia in die San Francisco Bay Area. Ich stieß kurz nach der Übernahme des Unternehmens, das dann zu Flash wurde, hinzu und kurz vor dem ersten Relaease von Dreamweaver 1.0.

Produkte wie Dreamweaver, Homesite und Frontpage sorgten dafür, dass Unternehmen einen "Webmaster" brauchten. Diese Unternehmen standen damals unter gewaltigem Druck, die Print-Version ihrer Unternehmensbroschüre als Webseite umzusetzen. Als Sales Engineer bei Macromedia zur Zeit des Dotcom-Booms zu arbeiten, kam dem Leben eines Rockstars gleich. 

Dreamweaver war unglaublich gut (Drag & Drop in HTML-Tabellen!), weswegen die Webmaster begeistert waren. "Webpages" wurden zu "Websites". Jeder wollte Inhalte veröffentlichen, allerdings konnte nicht jeder die Tools bedienen. Pure-Play-Unternehmen wie Amazon stellten unter Beweis, dass man im Internet nicht nur eine unschönere Version der gedruckten Unternehmensbroschüre erzeugen konnte. Die Unternehmen, mit denen ich zutun hatte, wollten die Benutzerfreundlichkeit von Dreamweaver, gleichzeitig aber auch die Möglichkeit, stetig komplexer werdende Webseiten und Anwendungen managen zu können.

Im Laufe der Jahre arbeitete ich für Unternehmen wie Interwoven und EPIServer. Dann kam der Tag, an dem ich von einem Recruiter eine InMail auf LinkedIn bekam.

Linkedin Inmail

Ich hatte Drupal und WordPress schon seit vielen Jahren verfolgt. Mit Drupal war ich weniger vertraut, Dries Buytaert war mir aber ein Begriff. So hatte ich beobachten können, wie Acquia zu einem der besten Startups in Boston unter der Leitung von Dries Buytaert und CEO Tom Erickson wurde.

Von VI zu Dreamweaver. Von Dreamweaver zu Interwoven und Ektron. Meiner Einschätzung nach war kein Unternehmen besser als Acquia auf die Weiterentwicklung von Content Management zu Web Content Management und von da zu Web Experience Management und schließlich zu Digital-Experience-Plattformen vorbereitet.

Anspruchsvolle Digital Experiences

Genau kann ich mich nicht erinnern, wann ich Dries Buytaert das erste Mal über Drupal in Verbindung mit Digital Experiences habe sprechen hören. Aber es war einfach ein großartiger Moment. Das war einer der Momente, in denen du dich selbst fragst: Warum bin ICH nicht auf diese Idee gekommen?

Die meisten Digital Experiences sind nämlich wenig ambitioniert. Die Technologie, mit der man die Digital Experiences möglich macht, ist zwar besser als vorher. Aber die Digital Experiences selbst sind zumeist ausgesprochen unambitioniert. Das ist ein Punkt, bei dem ansetzen kann.

Dank Tesla kann man mittlerweile ein hochmodernes Auto genau so schnell und einfach bestellen wie eine Küchenrolle auf Amazon. Ich kann eine Pizza bei Domino's per Sprachbefehl bestellen und sie dann verfolgen, oder einfach nur auf @dominos twittern. Unternehmen und Marken, die langfristigen Erfolg vorweisen können, schaffen dies durch ganz besondere Momente.

Deshalb bin ich zu Acquia zurückgekommen.

Entwickler geben die Richtung vor

Anspruchsvolle Digital Experiences kann man sich nicht einfach so erkaufen. Das geht nicht einfach so. Aber man kann sie erschaffen!

CMOs kaufen Digital-Experience-Plattformen mit der richtigen Zielsetzung, unterschätzen jedoch die Bedeutung der Entwickler und die Rolle des Tech Stacks. Ein guter Vergleich ist der Unterschied zwischen einer Tiefkühlpizza aus dem Supermarkt und einem Abendessen in einem mit einem Michelin-Stern ausgezeichneten Restaurant.

Die meisten Anbieter von Digital-Experiences-Plattformen ergreifen vor Entwicklern fast die Flucht, weil diese aus ihrer Sicht zu viele bohrende Fragen stellen: Können Sie mir erklären, wie Ihre Plattform moderne Frontend-Architekturen wie React unterstützt? Welche Standards werden unterstützt? Wie genau skaliert man Ihre Cloud-Plattform? Wie gelingt die Verwaltung mehrerer Hunderter oder sogar Tausender Webseiten?

Twilio und Atlassian sind zu milliardenschweren Unternehmen geworden, weil sie Entwicklern genau die Mittel zur Hand geben, die sie brauchen. Und genau das hat Acquia auch erkannt.

Bleibende Momente schaffen

Maschinelles Lernen ist das nächste Ziel bei der Digital Experience. 

Ich denke, dass maschinelles Lernen die Zukunft bei der Erstellung und Bereitstellung von digitalen Erfahrungen ist. Man kann Benutzern so viel an die Hand geben, damit sie bessere Inhalte erzeugen können und bleibende Momente schaffen. Anbieter verpassen ihrer künstlichen Intelligenz hübsche Namen wie Einstein und Sensei. Die Wahrheit ist jedoch, dass noch alles in den Kinderschuhen steckt.

Besondere Momente zu schaffen setzt voraus, dass an alle Phasen der Customer Journey gedacht wird. Marketing-Teams wurden zuweilen durch Tools eingeschränkt, die nur lineare, trichterförmige Customer Journeys ermöglichen. Aber das sollte nicht so sein. Ein moderne Customer Journey ist vergleichbar mit einem Teller voll Spaghetti, bei dem es nahezu unendlich viele Drehungen und Wendungen gibt. Wir haben unglaublichen Fortschritt erzielt und sind von der Bereitstellung von HTML-Dateien über einen Browser zur Bereitstellung von Inhalten via mobiler Apps, sprachgesteuerter Geräte, Screens, Chatbots und Augmented Reality übergegangen.

Acquia bietet eine spannende Roadmap – sowohl für die Customer Journey als auch für maschinelles Lernen. Sie dürfen also gespannt sein, was die Zukunft so alles bringt.

Siegeszug der Cloud

Acquia war Vorreiter bei der Bereitstellung von Digital Experiences in der Cloud. Natürlich bietet heutzutage jeder Anbieter einer Digital-Experience-Plattform etwas als "as-a-Service" an, aber wenn man einmal genauer hinguckt, handelt es sich um "managed-Services-as-a-service". Eine eventuell notwendige Skalierung ist möglicherweise nicht gegeben. Sie bieten nicht die Art moderner Schnittstellen, die Entwickler voraussetzen. Dadurch gestaltet sich die Umsetzung moderner Best Practices im Bereich CI/CD als schwierig. Sie sind auf einige wenige Webseiten ausgelegt – und nicht auf Tausende von Webseiten.

Es gibt einfach keine bessere Plattform als Acquia Cloud, um eine Digital Experience zu erstellen. Steve Jobs sagte einmal über Apple-Produkte: "Sie funktionieren einfach gut".

Auf zu neuen Ufern.

Während meiner damaligen dreijährigen Zeit bei Acquia habe ich mehr gelernt und bin mehr gereift als zu jedem anderen Punkt in meiner langen beruflichen Laufbahn. Mein Vorgesetzter Tom Erickson hat mich enorm gefördert und mich zu einem besseren Menschen gemacht. Ich erinnere mich gerne an jene drei Jahre zurück, da sie viel Spass gemacht haben, gleichzeitig aber voller Herausforderungen waren und man unglaublich viel zurückbekommen hat.

Dieses Mal habe ich die Möglichkeit, für Dries Buytaert zu arbeiten.

In zehn Jahren werden viele der Produkte, die wir täglich verwenden, zu absoluten Hits werden. Schon in 50 Jahren werden fast alle Geschichte sein. Aber ich könnte wetten, dass man in 100 Jahren immer noch Drupal nutzen wird. Das ist ein Beleg für die Hingabe von Dries Buytaert, mit der er eine Community aufbaut und bei der das große Ganze wichtiger ist als einzelne Personen oder Unternehmen. Ich empfinde es als ein Privileg, Teil von etwas zu sein, was wirklich Bestand hat.

Dries Buytaert hatte mir bei meinem Weggang im Jahr 2015 prophezeit, dass wir irgendwann wieder zusammenarbeiten würden. Ihm war damals schon klar, was mir lange nicht bewusst war. Nämlich, dass die Begeisterung, mit der ich damals im Jahr 1993 meine erste Webpage erstellte, ein Lebensgefühl ist und ein Teil von mir geworden ist.

Tom Wentworth

SVP Product Marketing Acquia