Re-Platforming: How to Plan Your Next Multi-Site Digital Platform

10 Tipps, um als Remote-Mitarbeiter erfolgreich zu sein.

Es gibt zahlreiche Befürworter der Remote-Arbeit (Arbeit aus der Ferne), die aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen viel über die Vorzüge als Remote-Mitarbeiter berichten können: Zeit- und Kraftersparnis, weil man nicht pendeln muss; eine gesteigerte Produktivität; besseres Frühstück; eine bessere Work-Life-Balance und vieles mehr. Allerdings gibt es auch Jobs oder Unternehmen, bei denen eine Remote-Arbeit nicht umsetzbar ist. Bei vielen Arten von Unternehmen ist es erforderlich, dass die Mitarbeiter zusammen täglich an ein und demselben Ort arbeiten. Marissa Mayer, CEO von Yahoo, ist ein bekanntes Beispiel: Sie verbot ihren Mitarbeitern die Remote-Arbeit im Jahr 2013, um dem Unternehmen samt seiner Unternehmenskultur wieder neues Leben einzuhauchen. Diese verschiedenen Aspekte sollte man zunächst im Hinterkopf behalten.

Ich möchte Ihnen im Folgenden von meinen persönlichen Erfahrungen, Erfolgen und Misserfolgen berichten und Ihnen ein paar Tipps und Tricks an die Hand geben, damit Sie ein effizienter Remote-Mitarbeiter werden, der auch für das Unternehmen wertvoll ist. Eine Liste mit zehn Punkten kann unmöglich alle Aspekte umfassen. Daher würde ich mich freuen, wenn Sie mir Ihre Tipps und Tricks sowie Ihre Erfahrungen im Kommentarbereich mitteilen würden!

 

Wie man ein erfolgreicher Remote-Mitarbeiter wird – oder mit ihnen als Unternehmen Erfolg hat.

Seit 2008 bin ich Remote-Mitarbeiter bei Acquia. Nach mehr als fünf Jahren kann ich sagen, dass es gar nicht so einfach ist, Remote-Mitarbeiter zu sein. Hier sind ein paar Lehren, die ich ziehen konnte, obwohl es sicherlich noch mehr dieser gibt. Ja klar: Jeder macht andere Erfahrungen und jede Situation ist anders. Teilen Sie mir daher im Kommentarbereich mit, was für sie geklappt hat – und was eher nicht.

1. Ihr Team und Ihr Vorgesetzter müssen die Bereitschaft zeigen, mit Ihnen aus der Ferne zu arbeiten. Das hört sich vielleicht banal an. Aber wenn einer der beiden Seiten das Gefühl hat, dass ihm was aufgezwungen wird, wird es schwierig für Sie.

2. Seien Sie bereit, neue Dinge zu lernen. Wir haben viele Kollegen, die noch vor der Zeit der allgegenwärtigen modernen Kommunikationsmittel (gemeinsame Dokumente und Dateien, VOIP, Video-Chat, Instant Messaging) ihre Karriere gestartet haben. Wenn sich jemand nicht umstellen möchte und unflexibel zeigt, was die Remote-Zusammenarbeit mit Ihnen angeht („Ich habe dies immer mit einer Excel-Tabelle erledigt“), werden Sie es schwer haben, erfolgreich zu sein. Wenn Sie diese Person davon überzeugen können, indem Sie ihr neue Fähigkeiten und Technologien beibringen, haben Sie nicht nur Erfolg bei der Arbeit – Sie werden wahrscheinlich auch einen wichtigen Verbündeten am Hauptsitz für sich gewinnen!

3. Definieren Sie den Erfolg anhand bestimmter Ziele. Ihr Vorgesetzter muss Ihren Erfolg durch das Setzen bestimmter Ziele definieren. Dies ist wahrscheinlich der wichtigste Aspekt von allen. Ihr Erfolg bei Ihrer Arbeit kann nicht an veralteten Maßstäben wie zum Beispiel „8 Stunden Arbeit am Computer“ gemessen werden.

  • Definieren Sie klare, messbare, (realistische) Ziele für Ihre Arbeit im Rahmen der Planungen zusammen mit Ihrem Vorgesetzten. Dies können Leistungsindikatoren bei Deliverables pro Quartal, die Anzahl der bearbeiteten Tickets, getätigte Anrufe usw. sein. Das fällt wirklich von Job zu Job unterschiedlich aus.
  • Sorgen Sie für die Erreichung dieser Ziele und außerdem dafür, dass diese auch gesehen und anerkannt werden. Ein Tipp: Schicken Sie ihrem Vorgesetzten eine E-Mail mit den erfolgreich umgesetzten Deliverables der Woche. Ein schnelles „Ja, Danke, ist alles vermerkt worden“ seitens Ihres Vorgesetzten „on Record“ macht spätere Diskussionen überflüssig.

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4. Nur weil man mich nicht online sieht, heißt das noch lange nicht, dass ich nicht arbeite. Verdeutlichen Sie Ihrem Team und Ihrem Vorgesetzten, dass die ihre Arbeitszeiten unter Umständen voneinander abweichen. Vor allem, wenn Sie in unterschiedlichen Zeitzonen leben, wird Ihr Team nicht immer sehen, dass Sie online sind, selbst wenn sich ihre Arbeitszeiten überschneiden (Den Großteil meiner Zeit bei Acquia war ich dem Hauptsitz in Boston sechs Stunden voraus). Das bedeutet natürlich nicht, dass Sie nicht arbeiten. Mit der Erreichung der vereinbarten Ziele können Sie am besten Vertrauen aufbauen.

  • Bestehen Sie auf Ihre festen Arbeitszeiten. Bringen Sie Ihrem Vorgesetzten sowie Ihrem Team schonend bei, dass Sie ab einer bestimmten Uhrzeit an keinen Meetings mehr teilnehmen können und klären Sie weitere Details ab, damit Sie ein gesundes Privatleben haben können und gleichzeitig beruflich erfolgreich sind. In meinem Fall wären das Meetings oder Anrufe nach 12 Uhr Mittags Bostoner Zeit (das wäre 18 Uhr deutscher Zeit; ich lebe in Deutschland), welche sich mit meiner Feierabendzeit überschneiden würde, zu der ich Zeit mit meiner Familie verbringe.
  • Seien Sie flexibel und gehen Sie auf Kompromisse  bezüglich Ihrer Arbeitszeit ein, wenn es wirklich wichtig ist.
  • Ihrem Vorgesetzten kann es  egal sein, wo genau Sie Ihre Arbeit erledigen, so lange Sie gemacht wird. Das gilt vor allem dann, wenn Sie gemäß einer bestimmten Erfolgsdefinition, wie oben beschrieben, arbeiten.

5. Kommen Sie regelmäßig zum Hauptsitz. Jemanden persönlich kennenzulernen ist immer noch durch nichts zu ersetzen. Mit Ihren Kollegen zusammenzuarbeiten, sie regelmäßig persönlich zu treffen (einmal im Jahr, alle drei Monate oder was auch immer passend ist), lässt Sie erst zu einem Team werden. Einer der Gründe dafür, warum die großangelegte Remote-Zusammenarbeit bei Drupal so gut funktioniert, ist, dass man eine eng verbundene Gemeinschaft auf persönlicher Ebene ist. Wir treffen uns so oft wie möglich persönlich auf Drupal Camps, Conventions und Benutzergruppen. Dies sorgt für gute zwischenmenschliche Beziehungen und fördert das Vertrauen untereinander, was wiederum zu einer guten Remote-Zusammenarbeit beiträgt. Das gilt sowohl für Sie als auch für Ihren Chef und das gesamte Team.

  • Bauen Sie regelmäßige Treffen mit ihrem Team mit in Ihre Planungen ein (jährlich oder quartalsmäßig) gemeinsam mit ihrem Vorgesetzten.

6. Ihr Vorgesetzter und Ihr Team müssen in Ihrer Abwesenheit Wertschätzung für Sie ausdrücken und sich für Sie einsetzen. Sie und das Team sind eine Gemeinschaft – eine Familie. Sie müssen füreinander da sein und sich für den jeweils anderen einsetzen, wenn es darauf ankommt.

  • Bei Problemen muss jeder bereit sein, einzuspringen und zu helfen – egal, welchen Background die Person hat. Manchmal läuft etwas schief, wenn Sie gerade mal nicht erreichbar sind – das kann aber auch umgekehrt der Fall sein. Bei Acquia sagen wir: „Spring ein und übernimm Verantwortung“.
  • Sparen Sie kein Teammitglied aus, wenn Sie Lob aussprechen oder Erfolg haben. Denn umgekehrt wird jemand auch Lob Ihrem Team gegenüber ausdrücken, wenn er begeistert ist, dass etwas richtig gut gelaufen ist. Das Team sollte gute Arbeit auch würdigen und den Remote-Mitarbeiter explizit miteinschließen, wenn es gelobt wird.
  • Ihr Vorgesetzter muss sich für Sie einsetzen und Ihren Erfolg auch dem Rest des Teams und der Unternehmensleitung gegenüber kommunizieren. Geschieht dies nicht, kann Ihre Arbeit nicht ausreichend gewürdigt werden.

7. Seien Sie kompromissbereit, scheuen Sie keine Mühen und nehmen Sie einen erneuten Anlauf, wenn etwas mal nicht klappen sollte. Nicht alles, was Sie und Ihr Team ausprobieren, wird beim ersten Mal funktionieren. Jeder sollte in der Lage sein, nachsichtig und flexibel zu sein und Bereitschaft zeigen, neue Wege zu gehen, damit das ganze Team erfolgreich kommuniziert und gemeinsam Erfolg hat.

8. Treffen Sie klare Vereinbarungen mit Ihrem Vorgesetzten und Ihren Teammitgliedern ... und halten Sie diese auch ein! Halten Sie sich an Vereinbarungen und machen Sie andere auf respektvolle Art und Weise darauf aufmerksam, sollten sich diese nicht an sie halten. Treffen Sie neue Vereinbarungen, wenn die alten in regelmäßigen Abständen nicht eingehalten werden.

9. Kommunizieren Sie so häufig wie möglich – auf klare, zweckgerichtete und rege Weise! Ihr Büro ist nicht mal kurz um die Ecke. Sie laufen Ihrem Team nicht bei der Kaffeemaschine über den Weg oder gehen mit den Teammitgliedern zum Mittagessen. Stellen Sie sicher, dass Sie virtuell Präsenz zeigen.

  • Machen Sie auf freundliche Weise darauf aufmerksam, dass die Kommunikation seitens des Teams besser sein muss, sollten Sie sich ausgeschlossen fühlen.
  • Schreiben Sie kurze, zielgerichtete E-Mails mit nützlichen Betreffzeilen. Alle Betreffzeilen sollten hinsichtlich Thema und erforderlicher Maßnahme klar formuliert sein. Verwenden Sie keine E-Mail-Threads, um neue Themen anzustoßen. Setzen Sie bei Ihren E-Mails so wenig Personen wie möglich in CC, sondern genau die richtige Zahl, um sicher zu gehen, dass alle Anliegen bedient werden.
  • Greifen Sie zum Hörer (Telefon, VOIP, Videoanruf), wenn Sie das Gefühl haben, dass Dinge schieflaufen. In einem fünfminütigen Gespräch kann meist mehr geklärt werden als wenn man sich hektisch und frustriert zwei Tage lang E-Mails oder Nachrichten schreibt. Ein Tipp: Heutzutage klingelt das Telefon nicht mehr so oft, aber wir sind darauf getrimmt, ans Telefon zu gehen. Es ist schwieriger, ein klingelndes Telefon zu ignorieren, als das bei E-Mails, Nachrichten oder beim Laptop der Fall ist, den man einfach herunterfahren kann.

10. Als Remote-Mitarbeiter werden Sie verzichten müssen auf...

  • „den Wasserspender“
  • einen gewissen Teil von Anerkennungsbekundungen
  • die Happy Hour
  • Partys
  • den Umstand, dass man alle zwei Minuten unterbrochen wird:-)

Jeffrey A. "jam" McGuire

Ehemaliger Open Source Evangelist von Acquia

Jeffrey A. „jam“ McGuire, ein ehemaliger Open Source Evangelist bei Acquia, ist seit Jahren von Drupal und seiner Community begeistert. Er arbeitet an der Schnittstelle zu Open-Source-Software, Business und Culture.

Er beeindruckt mit seiner Fähigkeit, auf charismatische Art und Weise zu kommunizieren. So sorgt er regelmäßig für ein begeistertes Publikum auf Veranstaltungen weltweit, auf denen er über Themen wie Open-Source-Technologie und die Community, digitale Innovationen, Drupal und vieles mehr spricht.

Auf diese Weise kann er sich so richtig ausleben – was er übrigens auch mit Auftritten als Storyteller und Musiker tut.